Mitgefühl
Mitgefühl bedeutet, das Leid oder die Freude anderer Menschen wahrzunehmen und innerlich mitzubewegen. Hier findest du künftig Beiträge darüber, wie Mitgefühl entsteht und warum es unser Miteinander prägt.
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Dieses Gefühl kennen viele als Fremdschämen. Dabei empfindest du Scham wegen des Verhaltens eines anderen Menschen, obwohl du selbst keinen Grund hättest, dich zu schämen. Das kann so stark sein, dass du wegsehen möchtest, innerlich zusammenzuckst oder nur noch hoffst, dass die Situation schnell vorbei ist.
Über Sorgen und Probleme zu reden kann entlasten, Gedanken sortieren und Nähe schaffen. Ein Gespräch kann sich aber auch im Kreis drehen. Ihr besprecht wieder dieselbe Situation, geht Ursachen und mögliche Folgen durch und landet schließlich dort, wo ihr schon vorher wart.
Nur ist dieser Abstand nicht unbedingt Härte. Vieles von dem, was wir so nennen, sind eigentlich andere Fähigkeiten: unterscheiden, was zu dir gehört und was nicht, Nein sagen, eine eigene Meinung vertreten, etwas einfordern und bei einer Entscheidung bleiben. Dafür musst du nicht kälter oder gefühlloser werden.
Mitgefühl und die Bewertung eines Verhaltens sind nicht dasselbe. Du kannst erkennen, dass ein Mensch leidet, ohne deshalb anders über das zu denken, was er getan hat. Wenn dir seine Traurigkeit, seine Angst oder seine Verzweiflung leidtut, sprichst du ihn damit nicht von seiner Verantwortung frei.
Hilflosigkeit bedeutet dabei nicht unbedingt, dass du tatsächlich nichts tun kannst. Oft bedeutet sie eher: Das, was ich am liebsten tun würde, kann ich nicht. Ich kann die Krankheit nicht wegnehmen.
Überforderung entsteht oft nicht allein durch die Menge dessen, was zu tun ist. Entscheidend ist auch, wie viele Dinge gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit beanspruchen und wie oft wir zwischen ihnen wechseln müssen.
Ein glückliches Leben bedeutet nicht, dass darin keine traurigen Momente vorkommen. Denn zu deinem heutigen Leben gehört auch eine Vergangenheit. Und nicht alles, was vorbei ist, war schlecht. Gerade das macht manche Erinnerungen so eigenartig.
