Enttäuschung

Enttäuschung entsteht, wenn Erwartungen oder Hoffnungen nicht erfüllt werden. Hier findest du künftig Beiträge darüber, wie Enttäuschung erlebt wird und wie unterschiedlich Menschen damit umgehen.

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Wenn es dir ohnehin schon schlecht geht, kann eine zweite Enttäuschung besonders wehtun: Ein Mensch, mit dem du fest gerechnet hast, ist nicht da. Er meldet sich kaum, fragt nicht nach, bietet keine Hilfe an oder zieht sich gerade dann zurück, wenn du Unterstützung gebraucht hättest.

Hoffnung ist dabei etwas anderes als Erwartung. Wenn du etwas erwartest, gehst du eher davon aus, dass es tatsächlich eintreten wird. Du hoffst dagegen auch dann, wenn du weißt, dass es wahrscheinlich anders kommen wird. Du kannst dich sogar schon darauf einstellen, dass es nicht klappt, und trotzdem einen kleinen Rest Hoffnung behalten.

Du selbst weißt, welches Ziel du dir gesetzt hast, welche Schwierigkeiten du überwunden und wie viel Zeit oder Kraft du investiert hast. Daraus kann ein ganz eigener Stolz entstehen. Ein anderer Mensch kann dir jedoch etwas zurückgeben, das du dir selbst nicht geben kannst: seine Wahrnehmung.

Das Erlebnis war nicht schlecht. Du bist nicht einmal enttäuscht. Es war schön, nur anders als in den Wochen davor, in denen du dich darauf gefreut hast. Das ist gar nicht so widersprüchlich, wie es zunächst erscheint.

Auch Vergeben und Vergessen sind nicht dasselbe. Du kannst einem Menschen vergeben und dich dennoch daran erinnern, was passiert ist. Vergebung löscht keine Erinnerung. Sie verlangt auch nicht, dass du das Geschehene nachträglich weniger schlimm findest.

Enttäuschung braucht kein gebrochenes Versprechen. Sie kann schon entstehen, wenn die Wirklichkeit anders aussieht als das, womit du innerlich gerechnet hast. Genau deshalb können enttäuschte Erwartungen wehtun, obwohl der andere aus seiner Sicht möglicherweise gar keine Vereinbarung gebrochen hat.

Du sagst Nein, der andere ist enttäuscht - und plötzlich meldet sich das schlechte Gewissen. Ein Schuldgefühl beweist noch keine Schuld. Entscheidend ist, was tatsächlich passiert ist und wofür du in dieser Situation wirklich Verantwortung trägst.

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