Loslassen
Loslassen bedeutet, sich Schritt für Schritt von etwas zu lösen, das einmal wichtig war. Hier findest du künftig Beiträge darüber, warum Loslassen schwerfallen kann und wie es sich entwickeln kann.
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Das ist nicht automatisch Nachgeben. Es bedeutet auch nicht, dass der andere gewonnen hat. Es kann schlicht die Erkenntnis sein, dass man nicht länger davon abhängig sein möchte, ob ein anderer Mensch die eigene Sicht übernimmt.
Nicht immer gibt es eine solche Erklärung oder Entschuldigung. Dann kann die Auseinandersetzung innerlich weitergehen, obwohl der Kontakt längst beendet ist. Man denkt darüber nach, was man noch hätte sagen sollen, stellt sich Gespräche vor, die nie stattfinden werden, oder geht das Geschehene immer wieder durch. So bleibt ein Mensch in den eigenen Gedanken erstaunlich präsent, obwohl man ihn eigentlich längst aus seinem Leben gestrichen hat.
Etwas zu akzeptieren bedeutet zunächst, die Wirklichkeit anzuerkennen. Das klingt einfacher, als es ist. Denn schnell verbinden wir Akzeptanz mit Zustimmung. Dabei kannst du etwas akzeptieren und es weiterhin ungerecht, traurig oder schrecklich finden.
Hoffnung ist dabei etwas anderes als Erwartung. Wenn du etwas erwartest, gehst du eher davon aus, dass es tatsächlich eintreten wird. Du hoffst dagegen auch dann, wenn du weißt, dass es wahrscheinlich anders kommen wird. Du kannst dich sogar schon darauf einstellen, dass es nicht klappt, und trotzdem einen kleinen Rest Hoffnung behalten.
Nicht mehr brauchen und nicht mehr haben wollen sind eben zwei verschiedene Dinge. Wir beurteilen unseren Besitz nicht ausschließlich danach, wie häufig wir ihn benutzen. Ein Gegenstand kann uns etwas bedeuten, obwohl er überhaupt keinen praktischen Zweck erfüllt.
Früher hast du jede freie Minute mit einem bestimmten Hobby verbracht. Du wolltest unbedingt an einem bestimmten Ort leben, hattest ein Ziel, für das du viel getan hast, oder konntest dir dein Leben gar nicht anders vorstellen. Heute spielt all das kaum noch eine Rolle.
Du möchtest nicht zurück, willst keine Nachricht schreiben und auch keinen neuen Versuch starten. Und trotzdem fehlt dir dieser Mensch. Das kann irritieren. Denn jemanden zu vermissen bedeutet nicht automatisch, ihn wieder in seinem Leben haben zu wollen.
Aus „Es hat bisher nicht funktioniert“ kann nach und nach „Es wird auch diesmal nicht funktionieren“ werden. Der erste Satz beschreibt, was bisher geschehen ist. Der zweite sagt bereits voraus, was geschehen wird.
Solange eine Möglichkeit offensteht, können wir überlegen, ob wir sie wirklich wollen. Wird sie eingeschränkt oder weggenommen, kann sich unsere Aufmerksamkeit verschieben. Aus einem ruhigen „Das hätte ich gern“ wird ein sehr viel entschiedeneres „Aber ich will das“.
