Vertrauen

Vertrauen entsteht, wenn wir uns auf Menschen, Situationen oder auf uns selbst verlassen können. Hier findest du künftig Beiträge darüber, wie Vertrauen wächst und wodurch es erschüttert werden kann.

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Wer lange gewohnt ist, vieles allein zu regeln, denkt darüber oft gar nicht mehr nach. Du organisierst, entscheidest, kümmerst dich und findest einen Weg. Diese Selbstständigkeit kann dir Sicherheit geben, denn du weißt aus Erfahrung, dass du dich auf dich selbst verlassen kannst.

Besonders schwer kann das werden, wenn du dem anderen die Aufgabe nicht richtig zutraust. Möglicherweise hast du schon erlebt, dass etwas vergessen, zu spät erledigt oder nur halb fertig zurückgegeben wurde. Dann hat deine Zurückhaltung einen konkreten Grund. Etwas anderes ist es, wenn der andere die Aufgabe durchaus bewältigen kann, aber anders vorgeht als du. Dann lohnt sich die Frage: Ist das Ergebnis tatsächlich schlechter oder ist nur der Weg dorthin ein anderer?

Du bekommst zwei unterschiedliche Botschaften von demselben Menschen. Seine Worte sagen das eine, sein Verhalten vermittelt dir etwas anderes. Und irgendwann fragst du dich: Was davon stimmt denn nun?

Wenn es dir ohnehin schon schlecht geht, kann eine zweite Enttäuschung besonders wehtun: Ein Mensch, mit dem du fest gerechnet hast, ist nicht da. Er meldet sich kaum, fragt nicht nach, bietet keine Hilfe an oder zieht sich gerade dann zurück, wenn du Unterstützung gebraucht hättest.

Die erste Verliebtheit lässt sich nicht einfach auf Dauer festhalten. Das wäre auch ein schwieriger Maßstab für eine langjährige Beziehung. Ein Anfang ist gerade deshalb so besonders, weil vieles zum ersten Mal geschieht. Wenn du nach Jahren nicht mehr bei jeder Nachricht Herzklopfen bekommst, sagt das zunächst nur, dass diese Nachricht nicht mehr dieselbe Neuheit besitzt wie am Anfang. Vertrautheit kann an die Stelle eines Teils der Aufregung treten, ohne dass der andere dadurch weniger wichtig wird.

Dann beginnt leicht das Kopfkino: Was denkt der andere jetzt über mich? Sieht er mich anders? Wird er es jemandem erzählen? Dabei hilft eine einfache Unterscheidung: Was ist tatsächlich passiert, und was stellst du dir gerade vor?

Es gibt Menschen, bei denen du schon nach kurzer Zeit merkst, dass sich ihre Nähe angenehm anfühlt. Ihr kennt euch kaum, und trotzdem ist da schnell eine Vertrautheit, die sich nur schwer erklären lässt.

Auch Vergeben und Vergessen sind nicht dasselbe. Du kannst einem Menschen vergeben und dich dennoch daran erinnern, was passiert ist. Vergebung löscht keine Erinnerung. Sie verlangt auch nicht, dass du das Geschehene nachträglich weniger schlimm findest.

Die Ursachen von Eifersucht können sehr unterschiedlich sein. Nicht jede hat damit zu tun, dass du deinem Partner grundsätzlich misstraust. Du kannst einem Menschen vertrauen und trotzdem auf eine Situation eifersüchtig reagieren.

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