Liebe

Liebe gehört zu den stärksten menschlichen Gefühlen und kann viele Formen annehmen. Hier findest du künftig Beiträge darüber, wie Liebe entsteht und wie sie unser Leben prägt.

Artikel zu diesem Thema

Schwierig wird es häufig erst durch die Bedeutung, die wir dem Abstand geben. Aus einem „Ich möchte gerade nicht umarmt werden“ kann im Kopf schnell ein „Ich möchte dich nicht“ werden. Doch das sind zwei sehr unterschiedliche Aussagen.

Das ist nicht automatisch Nachgeben. Es bedeutet auch nicht, dass der andere gewonnen hat. Es kann schlicht die Erkenntnis sein, dass man nicht länger davon abhängig sein möchte, ob ein anderer Mensch die eigene Sicht übernimmt.

Die erste Verliebtheit lässt sich nicht einfach auf Dauer festhalten. Das wäre auch ein schwieriger Maßstab für eine langjährige Beziehung. Ein Anfang ist gerade deshalb so besonders, weil vieles zum ersten Mal geschieht. Wenn du nach Jahren nicht mehr bei jeder Nachricht Herzklopfen bekommst, sagt das zunächst nur, dass diese Nachricht nicht mehr dieselbe Neuheit besitzt wie am Anfang. Vertrautheit kann an die Stelle eines Teils der Aufregung treten, ohne dass der andere dadurch weniger wichtig wird.

Doch Begeisterung und dauerhaftes Interesse sind nicht dasselbe. Etwas kann seinen anfänglichen Glanz verlieren und trotzdem wichtig, interessant oder schön für dich bleiben. Ein längerfristiges Interesse muss sich nicht jeden Tag aufregend anfühlen.

Eigentlich hast du diesem Menschen nichts Schlechtes gewünscht. Trotzdem ist da für einen kurzen Moment dieses kleine, kaum zu unterdrückende Grinsen. Ein inneres „Tja“. Eine Spur Genugtuung. Und kaum hast du sie bemerkt, fühlt sie sich schon ein bisschen unangenehm an.

Du magst einen Menschen. Du freust dich, ihn zu sehen, denkst an ihn und möchtest ihm eigentlich näherkommen. Und trotzdem hältst du dich zurück. Du sagst nicht, was du empfindest, oder wartest auf ein deutlicheres Zeichen.

So eindeutig muss deine Erleichterung aber gar nicht sein. Denn du kannst dich ehrlich auf einen Menschen freuen und gleichzeitig froh darüber sein, dass du heute nicht mehr losmusst. Diese Gefühle beziehen sich nicht unbedingt auf dasselbe.

Hilflosigkeit bedeutet dabei nicht unbedingt, dass du tatsächlich nichts tun kannst. Oft bedeutet sie eher: Das, was ich am liebsten tun würde, kann ich nicht. Ich kann die Krankheit nicht wegnehmen.

Doch du kannst eine Veränderung wollen und trotzdem traurig über das sein, was mit ihr zu Ende geht. Denn „Ich wollte diese Veränderung“ bedeutet nicht automatisch: Ich wollte auch alles verlieren oder zurücklassen, was mit ihr verbunden war.

Doch etwas erreicht zu haben bedeutet nicht automatisch, dass man sich danach auch zufriedener fühlt. Ein Erfolg kann Freude, Stolz, Erleichterung oder Sicherheit bringen. Er garantiert aber nicht, dass daraus eine anhaltende Zufriedenheit entsteht.

Die Entscheidung ist getroffen. Eigentlich müsste jetzt Ruhe sein. Stattdessen beginnt der Kopf schon wieder zu arbeiten: War das wirklich richtig? Hätte ich doch die andere Möglichkeit genommen. Was, wenn ich gerade einen Fehler gemacht habe?

Ein glückliches Leben bedeutet nicht, dass darin keine traurigen Momente vorkommen. Denn zu deinem heutigen Leben gehört auch eine Vergangenheit. Und nicht alles, was vorbei ist, war schlecht. Gerade das macht manche Erinnerungen so eigenartig.

Du kannst einem Menschen seinen Erfolg von Herzen gönnen und trotzdem spüren, dass sein Glück etwas in dir berührt. Neid bedeutet nicht automatisch, dass du möchtest, dass der andere verliert, was er hat.

Entdecke weitere Gefühle

Nach oben scrollen

Möchtest du neue Artikel nicht verpassen?

Wenn du über neue Beiträge, Bücher und Ratgeber von mir informiert werden möchtest, kannst du dich hier zu meinem Newsletter anmelden.