Wertschätzung

Wertschätzung bedeutet, Menschen oder Dinge bewusst als wertvoll anzuerkennen. Hier findest du künftig Beiträge darüber, wie Wertschätzung entsteht und warum sie Beziehungen stärkt.

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Trotzdem muss der andere nicht dieselbe Begeisterung empfinden, damit ein schöner Austausch entsteht. Zwischen „Ich finde das genauso großartig wie du“ und völliger Gleichgültigkeit liegt eine Menge.

Stolz bekommt häufig noch eine persönliche Note: Ich freue mich für dich. Ich sehe, was du geschafft hast. Und weil du mir wichtig bist, bedeutet mir dein Erfolg selbst etwas.

Aus einer solchen Erkenntnis kann neue Wertschätzung entstehen. Du siehst nicht mehr nur, dass jemand etwas für dich getan hat, sondern verstehst besser, was dahinterstand. Daraus kann auch Dankbarkeit wachsen. Nicht, weil du dir vornimmst, dankbarer sein zu müssen.

Unsichtbar zu sein und gerade nicht im Mittelpunkt zu stehen, sind zwei sehr verschiedene Dinge. Du kannst lange zuhören und dich trotzdem zugehörig fühlen. Du kannst wenig sagen und merken, dass die anderen dich wahrnehmen. Und du kannst viel reden und trotzdem das Gefühl haben, dass niemand wirklich auf das eingeht, was du sagst.

Hier wird der Unterschied zwischen Neid und Missgunst wichtig. Neid kann bedeuten: Das möchte ich auch haben oder erreichen. Missgunst geht weiter: Du möchtest nicht nur selbst etwas haben, sondern wünschst dir zugleich, dass der andere seinen Vorteil nicht hätte.

Mitreden und Entscheiden sind dabei zwei verschiedene Dinge. In vielen Situationen liegt die endgültige Entscheidung tatsächlich bei jemand anderem. Trotzdem kann es einen Unterschied machen, ob du vorher angehört wirst. Du kannst deine Sicht erklären, einen Einwand vorbringen und anschließend akzeptieren, dass jemand anders entscheidet.

Du selbst weißt, welches Ziel du dir gesetzt hast, welche Schwierigkeiten du überwunden und wie viel Zeit oder Kraft du investiert hast. Daraus kann ein ganz eigener Stolz entstehen. Ein anderer Mensch kann dir jedoch etwas zurückgeben, das du dir selbst nicht geben kannst: seine Wahrnehmung.

Es kann etwas ganz Kleines sein. Jemand bringt dir einen Kaffee mit, ohne dass du darum gebeten hast. Eine Kollegin merkt, dass es dir gerade nicht gut geht, und nimmt dich kurz in den Arm. Nichts davon ist eine große Tat. Und trotzdem kann genau so eine Geste dich unerwartet tief berühren.

Trost entsteht nicht allein dadurch, dass jemand tröstende Worte ausspricht. Entscheidend ist auch, ob das Gesagte zu deinem Erleben, zu deiner Situation und zu diesem Augenblick passt.

Es gibt Menschen, bei denen du schon nach kurzer Zeit merkst, dass sich ihre Nähe angenehm anfühlt. Ihr kennt euch kaum, und trotzdem ist da schnell eine Vertrautheit, die sich nur schwer erklären lässt.

Ungerechtigkeit kann erstaunlich wütend machen. Auch dann, wenn du selbst gar keinen Nachteil davon hast. Du hörst von einer Entscheidung, beobachtest eine Situation oder bekommst mit, wie jemand mit einem anderen Menschen umgeht, und merkst, wie sich innerlich Widerstand regt.

Es kann erstaunlich schwer sein, die eigene Leistung genauso anzuerkennen, wie man es bei anderen ganz selbstverständlich tun würde. Bei uns selbst finden wir dagegen schnell Gründe, warum es eigentlich gar nicht so bemerkenswert war.

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