Verletzlichkeit
Verletzlichkeit zeigt sich, wenn wir emotional besonders berührbar sind oder uns vor Ablehnung und Enttäuschung schützen möchten. Hier findest du künftig Beiträge darüber, wie Verletzlichkeit erlebt wird und warum sie zum Menschsein gehört.
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Wer lange gewohnt ist, vieles allein zu regeln, denkt darüber oft gar nicht mehr nach. Du organisierst, entscheidest, kümmerst dich und findest einen Weg. Diese Selbstständigkeit kann dir Sicherheit geben, denn du weißt aus Erfahrung, dass du dich auf dich selbst verlassen kannst.
Dann beginnt leicht das Kopfkino: Was denkt der andere jetzt über mich? Sieht er mich anders? Wird er es jemandem erzählen? Dabei hilft eine einfache Unterscheidung: Was ist tatsächlich passiert, und was stellst du dir gerade vor?
Du magst einen Menschen. Du freust dich, ihn zu sehen, denkst an ihn und möchtest ihm eigentlich näherkommen. Und trotzdem hältst du dich zurück. Du sagst nicht, was du empfindest, oder wartest auf ein deutlicheres Zeichen.
Du merkst, wie deine Augen feucht werden. Noch versuchst du, die Tränen wegzublinzeln, schaust kurz zur Seite oder hoffst, dass niemand genauer hinsieht. Und fast gleichzeitig ist dieser Gedanke da: Hoffentlich sieht das niemand.
Den ganzen Tag läuft alles. Du organisierst, reagierst, erledigst, funktionierst. Dann fällt dir am Abend die Kaffeetasse aus der Hand. Eigentlich nichts Dramatisches. Trotzdem stehst du plötzlich in der Küche und weinst. Nicht unbedingt deshalb.
