Wut
Wut kann plötzlich entstehen oder sich über längere Zeit aufbauen. Hier findest du künftig Beiträge darüber, wodurch Wut ausgelöst werden kann, wie sie sich zeigt und wie du verständlich mit ihr umgehen kannst.
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Das ist nicht automatisch Nachgeben. Es bedeutet auch nicht, dass der andere gewonnen hat. Es kann schlicht die Erkenntnis sein, dass man nicht länger davon abhängig sein möchte, ob ein anderer Mensch die eigene Sicht übernimmt.
Nicht immer gibt es eine solche Erklärung oder Entschuldigung. Dann kann die Auseinandersetzung innerlich weitergehen, obwohl der Kontakt längst beendet ist. Man denkt darüber nach, was man noch hätte sagen sollen, stellt sich Gespräche vor, die nie stattfinden werden, oder geht das Geschehene immer wieder durch. So bleibt ein Mensch in den eigenen Gedanken erstaunlich präsent, obwohl man ihn eigentlich längst aus seinem Leben gestrichen hat.
Mitreden und Entscheiden sind dabei zwei verschiedene Dinge. In vielen Situationen liegt die endgültige Entscheidung tatsächlich bei jemand anderem. Trotzdem kann es einen Unterschied machen, ob du vorher angehört wirst. Du kannst deine Sicht erklären, einen Einwand vorbringen und anschließend akzeptieren, dass jemand anders entscheidet.
Ungerechtigkeit kann erstaunlich wütend machen. Auch dann, wenn du selbst gar keinen Nachteil davon hast. Du hörst von einer Entscheidung, beobachtest eine Situation oder bekommst mit, wie jemand mit einem anderen Menschen umgeht, und merkst, wie sich innerlich Widerstand regt.
Du bist wütend, weißt genau, was du sagen willst – und trotzdem kommen dir die Tränen. Oder dir fehlen die Worte. Vor Wut zu weinen kann ganz unterschiedlich aussehen und hat nicht automatisch mit Traurigkeit zu tun.
