Du schreibst eine kurze Trauerrede und dir fällt eine Geschichte ein, bei der du sofort lächeln musst. Gleichzeitig zögerst du. Passt so etwas bei einer Trauerfeier überhaupt? Muss eine Rede an diesem Tag durchgehend ernst sein?
Eine lustige Erinnerung kann sehr gut passen, wenn sie liebevoll erzählt wird und etwas Typisches über den verstorbenen Menschen zeigt. Vielleicht hatte dieser Mensch einen trockenen Humor, eine Angewohnheit, über die alle schmunzeln mussten, oder es gibt eine Begebenheit, die in der Familie oder im Freundeskreis schon oft erzählt wurde. Dann gehört auch diese Seite zu den Erinnerungen an diesen Menschen.
Bei einer Trauerfeier sind Traurigkeit, Anspannung und Tränen ohnehin nah. Wenn eine vertraute Geschichte erzählt wird, kann jemand für einen Augenblick lächeln oder leise lachen. Es kann sein, dass die Tränen kurz weniger werden, weil alle gerade an diese schöne Szene denken. Wenig später kann die Traurigkeit wieder da sein. Beides hat seinen Platz.
Besonders stimmig ist eine Geschichte, bei der mehrere Menschen sofort denken: Ja, das war so typisch. Das kann eine Familiengeschichte sein, eine Begebenheit aus dem Freundeskreis oder eine Erinnerung aus dem Arbeitsalltag, die Menschen aus dem Team sofort wiedererkennen. Dann erinnert die Anekdote nicht nur an einen lustigen Moment. Sie zeigt auch etwas von der Art dieses Menschen.
Wenn du aus einer solchen Erinnerung eine kurze Rede machen möchtest, findest du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 11 „Kurze Abschiedsworte, Trauerrede und Redebausteine“ viele konkrete Hilfen. Dort geht es um einen einfachen Aufbau, verschiedene Einstiege, Formulierungen für Erinnerung und Würdigung, Dank und Abschied sowie Beispiele für eine Trauerfeier, Worte am Grab und einen kleinen Kreis. Auch lustige und liebevolle Erinnerungen kommen darin vor, ohne dass du daraus einen Witz machen musst.
Bei der Auswahl hilft eine einfache Frage: Ist die Geschichte liebevoll, oder könnte sie jemanden bloßstellen? Peinliche Erlebnisse, intime Einzelheiten, alte Fehltritte oder Geschichten auf Kosten des verstorbenen Menschen passen nicht allein deshalb, weil sie lustig sind. Auch andere Menschen, die darin vorkommen, sollten nicht unangenehm überrascht werden. Wenn du unsicher bist, frag dich: Würdest du diese Geschichte zu Lebzeiten genauso erzählen, wenn die Person mit am Tisch säße?
Auch der Kreis der Trauerfeier spielt eine Rolle. Eine Geschichte, die im engsten Freundeskreis seit Jahren erzählt wird, kann vor vielen Gästen zu persönlich sein. Wenn du nicht sicher bist, ob eine Erinnerung für die Feier passt, kannst du vorher jemanden aus der Familie fragen. Das gilt besonders dann, wenn die Geschichte bisher eher privat war.
Eine Trauerrede braucht keine lustige Stelle. Wenn dir keine passende Erinnerung einfällt, ist das völlig in Ordnung. Humor passt dann am besten, wenn er aus einer echten Erinnerung kommt und zu diesem Menschen gehört. Niemand muss an einer bestimmten Stelle lachen.
Zu einem Menschen gehören auch die kleinen Szenen, über die man noch Jahre später lächeln muss. Wenn so eine Geschichte liebevoll erzählt wird, kann sie gut Teil einer Trauerrede sein. Sie erinnert daran, wie dieser Mensch war – und an die Momente, in denen man gemeinsam gelacht hat.
Wenn du aus einer schönen oder humorvollen Erinnerung eigene Abschiedsworte machen möchtest, findest du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 11 „Kurze Abschiedsworte, Trauerrede und Redebausteine“ ausführliche Hilfe beim Schreiben. Dort findest du einen einfachen Aufbau, verschiedene Einstiege, Formulierungen für Erinnerung und Würdigung, Dank und Abschied sowie zahlreiche Beispiele für eine Trauerfeier, Worte am Grab und einen kleinen Kreis. Auch lustige und liebevolle Erinnerungen werden aufgegriffen. Die vollständige Vertiefung ist sowohl im digitalen Download als auch im gedruckten Buch enthalten.
Wenn dich an diesem Thema besonders berührt, dass Lachen und Traurigkeit so nah beieinanderliegen können, passt der Humor aus „Ich bin dein Gefühl – Band IV: Licht – Die hellen Gefühle“ sehr schön dazu. Dort kommt der Humor, neben anderen Gefühlen, selbst zu Wort und erzählt aus seiner eigenen Sicht davon, wie Lachen auch in ernsten Zeiten seinen Platz finden kann, ohne das Schwere kleinzumachen. Danach folgen Reflexionsseiten, die dich einladen, deinen eigenen Humor, verbindende gemeinsame Momente und die Bedeutung des Lachens in deinem Leben genauer anzuschauen
