Wie unterstütze ich einen trauernden Menschen bei Unterlagen und Telefonaten nach einem Todesfall?

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Nach einem Todesfall kommen zu allem anderen oft noch Briefe, Unterlagen und Telefonate dazu. Eine Rechnung muss geklärt, ein Vertrag gefunden oder bei einer Stelle nachgefragt werden. Wenn du helfen möchtest, tauchen schnell Fragen auf: Darf ich einen Brief mitlesen? Soll ich beim Telefonat dabeisitzen? Und wo sollte ich mich besser zurückhalten?

Du kannst schon viel abnehmen, ohne alles selbst in die Hand zu nehmen. Ein überschaubares Angebot ist oft am leichtesten: gemeinsam die Unterlagen für ein Telefonat bereitlegen, vorher zwei oder drei Fragen aufschreiben oder während des Gesprächs mitschreiben. Was gelesen oder besprochen wird und was am Ende geschieht, entscheidet der trauernde Mensch selbst.

Gerade ein Telefonat kann mehr Kraft kosten, als es von außen aussieht. Dabei kommen mehrere Dinge zusammen: zuhören, verstehen, nachfragen und sich merken, was vereinbart wurde. Nach einem Verlust kann es schwerer sein, sich zu konzentrieren. Dann kann es helfen, wenn du mitschreibst und am Ende kurz notierst, was als Nächstes ansteht. So muss nicht alles im Kopf bleiben.

Wenn du bei solchen Aufgaben nicht jedes Mal neu überlegen möchtest, was du anbieten kannst und wo du dich besser zurückhältst, findest du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 16 „Wenn Wohnung, Haus oder persönliche Dinge geregelt werden müssen“ viele konkrete Beispiele. Das Kapitel zeigt ausführlicher, wie Unterlagen sortiert und beschriftet werden können, wie du bei Telefonaten unterstützen kannst und was bei Listen, Terminen, Fristen, sehr persönlichen Dokumenten und digitalen Bereichen wichtig ist. Dazu findest du passende Sätze für Momente, in denen du helfen möchtest, ohne Entscheidungen zu übernehmen.

Bei Unterlagen solltest du vorher fragen, was du überhaupt ansehen darfst. Ein Brief, ein Kontoauszug oder medizinische Unterlagen können sehr privat sein. Hilfe beim Sortieren ist keine Erlaubnis, alles zu lesen. Wenn du unsicher bist, legst du etwas lieber zur Seite und fragst nach.

Zwischen Rechnungen und Verträgen kann plötzlich etwas ganz Persönliches auftauchen: ein Foto, ein Brief, eine handschriftliche Notiz oder ein anderes Erinnerungsstück. Dann geht es nicht mehr nur ums Ordnen. Lies nicht einfach weiter. Leg es zur Seite und frag, wie damit umgegangen werden soll.

Am Ende muss diese Hilfe gar nicht groß sein. Ein Stapel wird überschaubarer, bei einem Telefonat sitzt jemand daneben, und wichtige Informationen gehen nicht so leicht verloren. Du regelst die Dinge nicht für den anderen. Du sitzt daneben, denkst mit und machst einen schwierigen Teil des Tages ein wenig leichter.




Wenn du einen trauernden Menschen bei Papierkram, Telefonaten oder anderen organisatorischen Aufgaben begleiten möchtest, bietet dir „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 16 „Wenn Wohnung, Haus oder persönliche Dinge geregelt werden müssen“ eine deutlich ausführlichere praktische Hilfe. Dort findest du zahlreiche konkrete Sätze und Beispiele zum Sortieren und Beschriften von Unterlagen, zum Mitschreiben bei Telefonaten, zu Listen, Terminen und Fristen sowie zum Umgang mit sehr privaten Dokumenten und digitalen Bereichen. So kannst du für die jeweilige Situation nachschlagen, was passen kann, ohne Entscheidungen für den trauernden Menschen zu treffen. Diese ausführlichen Inhalte sind sowohl im digitalen Download als auch im gedruckten Buch enthalten.


Wenn du bei all diesen kleinen Aufgaben nicht einfach nur etwas erledigen, sondern einem Menschen ein Stück Last abnehmen möchtest, steckt darin oft Mitgefühl. In „Ich bin dein Gefühl – Band IV: Licht – Die hellen Gefühle“ kommt das Mitgefühl, neben anderen Gefühlen, selbst zu Wort und erzählt von einer zugewandten Haltung, die da sein kann, ohne alles lösen zu müssen. Die anschließenden Reflexionsseiten geben dir Raum, dein eigenes Mitgefühl genauer anzuschauen – auch in den stillen, praktischen Momenten, in denen Dabeisitzen, Mitschreiben oder Mitdenken viel bedeuten kann.

Passend zu diesem Thema

Wenn nach einem Todesfall mehrere Menschen helfen möchten, kann das eine große Entlastung sein. Einer möchte Essen bringen, jemand anderes einkaufen, fahren oder sich um eine praktische Aufgabe kümmern. Schwierig wird es erst, wenn alle unabhängig voneinander planen und der trauernde Mensch am Ende fünf Nachrichten beantworten oder doppelte Angebote sortieren muss.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Du kannst dabei viel Arbeit abnehmen, ohne Entscheidungen zu übernehmen. Kartons tragen, Dinge nach Wunsch zusammenstellen, beschriften oder den Überblick behalten kann entlasten. Was behalten, weitergegeben oder später noch einmal angesehen wird, bleibt dagegen bei den Angehörigen.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein begrenztes Angebot ist leichter zu beantworten. „Ich gehe morgen einkaufen. Soll ich dir etwas mitbringen?“ sagt klar, was du tun kannst, und lässt trotzdem offen, ob diese Hilfe gebraucht wird. Mehr braucht es an dieser Stelle oft nicht.
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Noch nicht das passende Thema gefunden?

Suche nach einem Begriff, einer Situation oder einer Frage.

Hier kannst du weiterlesen

Nach einem Suizid können zum Schmerz um den verstorbenen Menschen weitere belastende Gedanken hinzukommen. Einige Hinterbliebene fragen sich, ob sie etwas hätten bemerken oder verhindern können. Andere empfinden vor allem Fassungslosigkeit, Wut oder Scham. Jeder Mensch erlebt diesen Verlust anders.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Trauer kann erschöpfen und Menschen gereizter machen. Die Wut kann sich dann auch gegen jemanden richten, der helfen möchte. Aber nicht jede Wut hat mit dem Verlust zu tun. Ein unbedachter Satz kann verletzt haben. Ebenso kann zwischen euch ein anderer Konflikt stehen.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein gemeinsames Essen, ein Spaziergang oder ein Treffen, das ihr früher schon gern gemacht habt, kann weiterhin angeboten werden. Es muss dabei nicht um Ablenkung gehen. Sätze wie „Du musst mal wieder raus“ oder „Das wird dir guttun“ können eher Druck machen.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wenn du Trauernde an Weihnachten unterstützen möchtest, hilft es, ihre Wünsche ernst zu nehmen. Manche möchten vertraute Gewohnheiten beibehalten, andere verändern vieles oder feiern kaum noch. Was für den einen Halt gibt, kann sich für den anderen gerade nicht richtig anfühlen.
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Du möchtest das Thema weiter vertiefen?

Du hast gerade einen Aspekt aus dem Umgang mit Trauernden gelesen. Im Ratgeber findest du weitere Situationen, Formulierungen und praktische Beispiele, die dir im Alltag Orientierung geben können.

Digitaler Ratgeber – flexibel nutzen

Du erhältst den Ratgeber sofort als PDF und kannst gezielt nach Situationen oder Begriffen suchen. Viele Themen werden ausführlicher erklärt als auf der Website und durch Formulierungen, Beispiele und praktische Hinweise ergänzt.

Digitaler Ratgeber "Wenn jemand in deinem Umfeld trauert" von Aveline Gray

Gedrucktes Buch – in Ruhe lesen

Die Buchausgabe enthält dieselben Inhalte in einer ruhigen, zusammenhängenden Form. Sie eignet sich besonders, wenn du lieber auf Papier liest, wichtige Stellen markieren oder den Ratgeber immer wieder zur Hand nehmen möchtest.

Gedrucktes Buch "Wenn jemand in deinem Umfeld trauert" von Aveline Gray
Nach oben scrollen

Möchtest du neue Artikel nicht verpassen?

Wenn du über neue Beiträge, Bücher und Ratgeber von mir informiert werden möchtest, kannst du dich hier zu meinem Newsletter anmelden.