Wenn nach einem Todesfall mehrere Menschen helfen möchten, kann das eine große Entlastung sein. Einer möchte Essen bringen, jemand anderes einkaufen, fahren oder sich um eine praktische Aufgabe kümmern. Schwierig wird es erst, wenn alle unabhängig voneinander planen und der trauernde Mensch am Ende fünf Nachrichten beantworten oder doppelte Angebote sortieren muss.
Bevor ihr euch untereinander organisiert, sollte deshalb klar sein, ob diese Abstimmung überhaupt gewünscht ist. Du kannst zum Beispiel fragen, ob es hilfreich wäre, wenn eine vertraute Person die Angebote sammelt. So bleibt die Entscheidung bei dem Menschen, um den es geht, und aus gut gemeinter Hilfe wird nicht plötzlich ein Plan, den andere über seinen Kopf hinweg gemacht haben.
Ist er damit einverstanden, kann eine Person den Überblick behalten und die konkreten Angebote zusammenführen. Oft reicht schon eine kurze Absprache darüber, wer was übernehmen kann. Der trauernde Mensch muss dann nicht jedem einzeln erklären, was bereits erledigt ist, und trotzdem kann er jederzeit sagen, was für ihn passt und was nicht.
Wenn du genauer wissen möchtest, wie praktische Unterstützung nach einem Todesfall aussehen kann, findest du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 13 „Konkrete Hilfe anbieten“ eine ausführlichere Orientierung. Dort geht es um konkrete statt allgemeine Hilfsangebote, Essen, Einkaufen, Fahrten, Termine und weitere Aufgaben, aber auch um abgelehnte Hilfe, mehrere Helfende und die Frage, wie Angebote gebündelt werden können, ohne dem trauernden Menschen Entscheidungen aus der Hand zu nehmen. Dazu findest du konkrete Formulierungen für unterschiedliche Situationen.
Wer etwas übernimmt, sollte nur das zusagen, was wirklich machbar ist. Wenn mehrere Menschen beteiligt sind, kann eine Aufgabe auch weitergegeben oder neu verteilt werden, wenn sie für jemanden doch zu viel wird. Verlässliche kleine Zusagen helfen mehr als große Versprechen, die später nicht eingehalten werden können.
Auch persönliche Informationen brauchen Schutz. Wenn dir jemand erzählt hat, wie es ihm geht oder was innerhalb der Familie gerade schwierig ist, gehört das nicht automatisch in eine Helfergruppe. Untereinander sollte nur weitergegeben werden, was für die vereinbarte Unterstützung nötig ist und womit der trauernde Mensch einverstanden ist.
Auch wenn etwas schon verabredet ist, kann es später doch nicht mehr passen. Besuch kann an einem Tag zu viel sein, eine Fahrt wird nicht mehr gebraucht oder jemand möchte eine Aufgabe wieder selbst übernehmen. Ein Nein oder eine Änderung sollte möglich sein, ohne dass der andere sich dafür rechtfertigen muss.
Gute Abstimmung läuft möglichst unaufdringlich im Hintergrund. Sie nimmt dem trauernden Menschen Arbeit ab, ohne seinen Alltag für ihn zu bestimmen. Wenn er weniger organisieren muss und trotzdem selbst entscheiden kann, wird aus vielen guten Absichten eine Hilfe, die wirklich entlastet
Wenn mehrere Menschen helfen möchten und aus vielen guten Absichten eine verlässliche Entlastung werden soll, findest du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 13 „Konkrete Hilfe anbieten“ ausführliche Orientierung. Dort erfährst du, wie konkrete Hilfsangebote leichter annehmbar werden, wie du mit einem Nein umgehen kannst und wie mehrere Helfende Einkäufe, Essen, Fahrten, Termine, Kinderbetreuung oder andere Aufgaben abstimmen können, ohne über den Kopf des trauernden Menschen hinweg zu organisieren. Dazu kommen konkrete Formulierungen für unterschiedliche Situationen. Die vollständige Vertiefung ist sowohl im digitalen Download als auch im gedruckten Buch enthalten.
Wo mehrere Menschen helfen wollen, zeigt sich Mitgefühl oft auch darin, nicht einfach zu entscheiden, was für den anderen gut sein müsste, sondern auf seine Wünsche zu achten. In „Ich bin dein Gefühl – Band IV: Licht – Die hellen Gefühle“ kommt das Mitgefühl, neben anderen Gefühlen, selbst zu Wort und beschreibt aus seiner eigenen Sicht eine zugewandte Haltung, die den anderen wahrnimmt, ohne ihm etwas überzustülpen. Die anschließenden Reflexionsseiten geben dir Raum, dein eigenes Mitgefühl genauer anzuschauen – auch dort, wo Helfen, Rücksicht und die Grenzen der eigenen Kraft zusammenkommen..
