Wie begleite ich einen trauernden Menschen zur Beerdigung?

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Als deine Freundin dich fragt, ob du sie zur Beerdigung ihres Vaters begleiten möchtest, sagst du gern zu. Sie möchte an diesem schweren Tag jemanden an ihrer Seite haben, dem sie vertraut. Doch später überlegst du, was sie sich eigentlich von dir wünscht. Sollst du sie zu Hause abholen, während der Trauerfeier neben ihr sitzen oder einfach in ihrer Nähe bleiben? Du möchtest ihr helfen und dabei nichts tun, was ihr unangenehm sein könnte.

Am besten sprecht ihr einige Tage vorher darüber. Frag sie, ob ihr gemeinsam hinfahren möchtet und wie sie sich eure Begleitung während der Feier vorstellt. Vielleicht möchte sie neben dir sitzen, vielleicht ist ihr Platz bei ihrer Familie. Es kann auch sein, dass sie darüber noch gar nicht nachgedacht hat. Dann könnt ihr in Ruhe überlegen, was für sie passen würde. Wichtig ist, dass sie selbst entscheiden kann, wie viel Nähe sie sich wünscht.

Wenn du dir vor der Beerdigung noch etwas mehr Orientierung wünschst, findest du in meinem Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ ausführlichere Hinweise. Kapitel 14 „Beerdigung, Trauerfeier, Kondolieren und Verhalten“ behandelt den Ablauf einer Trauerfeier, das Kondolieren und verschiedene Situationen während des Abschieds. In Kapitel 13 „Konkrete Hilfe anbieten“ findest du außerdem Beispiele für Fahrten und praktische Unterstützung vor und nach der Beerdigung.

Am Tag der Beerdigung ist es hilfreich, wenn deine Freundin sich auf eure Absprachen verlassen kann. Hol sie zur vereinbarten Zeit ab oder sei rechtzeitig am Treffpunkt. Wenn ihr angekommen seid, muss sie sich nicht ununterbrochen mit dir beschäftigen. Vielleicht möchte sie mit Angehörigen sprechen oder noch einen Moment allein sein. Lass ihr diese Freiheit und bleib so in der Nähe, dass sie dich wiederfinden kann.

Während der Trauerfeier musst du nicht viel sagen. Wenn ihr zusammensitzt, kann es deiner Freundin schon guttun, dass du neben ihr bist. Sucht sie deine Hand, kannst du sie halten. Möchte sie lieber still dasitzen, lass ihr die Ruhe. Du brauchst nicht immer wieder nachzufragen, wie es ihr geht. Sie soll sich auf die Feier und den Abschied von ihrem Vater konzentrieren können.

Besonders bewegend kann es werden, wenn deine Freundin während der Feier zu weinen beginnt. Du möchtest sie vielleicht in den Arm nehmen oder etwas sagen, damit sie sich ein wenig beruhigt. Doch ihre Tränen brauchen keine schnelle Antwort. Wenn sie deine Nähe sucht, sei für sie da. Möchte sie kurz hinausgehen, kannst du sie begleiten, wenn sie das möchte. Und wenn sie sitzen bleiben will, bleib ruhig neben ihr. Du musst ihren Schmerz nicht aufhalten, um ihr eine gute Begleitung zu sein.

Auch nach der Beerdigung kannst du ihr den Tag ein wenig erleichtern. Vielleicht möchte sie noch zum gemeinsamen Beisammensein gehen, vielleicht lieber nach Hause fahren. Frag sie in einem ruhigen Moment, was sie vorhat und ob sie dabei Gesellschaft möchte. Wenn du noch etwas Zeit hast, kannst du eine konkrete Hilfe anbieten. Aber du musst nicht ungefragt weitere Aufgaben übernehmen oder den restlichen Tag für sie planen.

Überlege vorher auch, wie lange du bleiben kannst. Wenn du später einen Termin hast oder selbst nicht den ganzen Tag Zeit hast, sag es ihr rechtzeitig. So weiß sie, worauf sie sich verlassen kann. Eine Begleitung, die das hält, was sie zugesagt hat, ist hilfreicher als ein großes Versprechen, das sich später nicht einlösen lässt.

Wenn dich ein trauernder Mensch bittet, ihn zur Beerdigung zu begleiten, vertraut er dir an diesem Tag einen besonderen Platz an seiner Seite an. Du musst dafür nicht alle Antworten kennen oder auf jede Situation vorbereitet sein. Hör zu, wenn deine Freundin reden möchte, und bleib bei ihr, wenn sie deine Nähe braucht. Was ihr an diesem Tag guttut, kann sie dir selbst zeigen oder sagen. Und wenn ihr die Worte fehlen, kann es schon viel bedeuten, dass sie sich auf dich verlassen kann.




Du begleitest einen Menschen zur Beerdigung und möchtest dich dabei sicherer fühlen? Im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ findest du in Kapitel 14 „Beerdigung, Trauerfeier, Kondolieren und Verhalten“ ausführlichere Hinweise zum Ablauf, zum Kondolieren, zu Sitzplätzen und zu persönlichen Begegnungen während der Trauerfeier. Kapitel 13 „Konkrete Hilfe anbieten“ ergänzt das um Beispiele für Fahrten und praktische Unterstützung vor und nach der Beerdigung. Du kannst beide Kapitel im gedruckten Buch oder im digitalen Ratgeber zum Download nachlesen.


Es ist nicht leicht, einen Menschen zu einer Beerdigung zu begleiten, wenn du weißt, wie traurig er ist. Dass du dir Gedanken über seine Wünsche machst, hat viel mit Mitgefühl zu tun. In „Ich bin dein Gefühl – Band IV: Licht – Die hellen Gefühle“ kommt das Mitgefühl neben anderen Gefühlen selbst zu Wort und erzählt aus seiner eigenen Sicht, was es für andere empfindet. Die anschließenden Reflexionsseiten laden dich ein, über dein eigenes Mitgefühl nachzudenken – auch darüber, wie du aufmerksam für andere sein kannst, ohne ihnen etwas abzunehmen, das sie selbst entscheiden möchten.

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