Wenn ein Kollege stirbt, sind viele bei der Arbeit erst einmal sprachlos. Du und deine Kollegen möchtet seiner Familie zeigen, dass er auch dort Menschen hatte, die ihn mochten, schätzten und vermissen. Gleichzeitig will niemand zu viel tun oder eine Geste wählen, die die Familie gar nicht möchte.
Eine gemeinsame Karte, Blumen oder ein paar persönliche Worte können reichen. Am besten sprecht ihr euch vorher kurz ab, damit nicht mehrere Menschen unabhängig voneinander etwas organisieren. Dabei muss sich niemand beteiligen, der das nicht möchte. Wie nah jemand dem verstorbenen Kollegen war, kann auch innerhalb eines Teams sehr verschieden sein.
Die Familie und die Kollegen kannten denselben Menschen auf unterschiedliche Weise. Zu Hause gab es andere Gewohnheiten, Gespräche und gemeinsame Geschichten als bei der Arbeit. Dort kanntet ihr seine Art in Besprechungen, seinen Humor in der Kaffeeküche, seine Hilfsbereitschaft oder einen Satz, den er immer wieder gesagt hat. Was die Familie mit ihm erlebt hat, war nicht dasselbe wie das, was ihr mit ihm erlebt habt – und umgekehrt. Beides gehört zu diesem Menschen.
Gerade deshalb kann eine kleine echte Erinnerung aus dem Arbeitsalltag etwas Besonderes sein. Sie muss weder feierlich noch außergewöhnlich klingen. Ein Satz darüber, worüber ihr mit ihm gelacht habt oder was ihr an ihm geschätzt habt, erzählt den Angehörigen etwas von seinem Leben bei der Arbeit. Wichtig ist, nur das zu schreiben, was wirklich stimmt und was man auch vor der Familie gern erzählen würde.
Wenn du und deine Kollegen unsicher seid, was ihr schreiben oder wie ihr gemeinsam Anteil nehmen könnt, könnt ihr im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 18 „Arbeitsplatz und Kollegenkreis“ nachlesen. Dort gibt es einen eigenen Abschnitt für den Fall, dass eine Kollegin oder ein Kollege gestorben ist. Er enthält Beispiele für gemeinsame Erinnerungen, eine Karte, Blumen, die Teilnahme an einer Trauerfeier und den Umgang mit privaten Bildern und Geschichten. Für eine gemeinsame Teamkarte findest du außerdem in Kapitel 10 „Trauerkarten schreiben“ viele konkrete Formulierungen.
Nicht jeder im Team kannte den verstorbenen Kollegen gleich gut. Wer nur wenig mit ihm zu tun hatte, muss keine persönliche Erinnerung erfinden. In einer gemeinsamen Karte können auch wenige ehrliche Worte genügen. Persönlicher wird sie dort, wo jemand etwas wirklich erlebt hat und gern mit der Familie teilen möchte.
Wenn einzelne Kollegen zur Beerdigung gehen möchten und die Angehörigen kaum kennen, sollten sie sich nach den Wünschen der Familie richten. Ist die Trauerfeier zum Beispiel nur für einen kleinen Kreis gedacht, sollte das respektiert werden. Das gilt auch für Blumen, Spenden oder andere Wünsche. Wenn die Familie etwas ausdrücklich sagt, sollte das wichtiger sein als das, was ihr selbst geplant hättet.
Habt ihr ein schönes Foto aus dem Arbeitsalltag, kann auch das für die Familie eine besondere Erinnerung sein. Schickt es aber lieber nicht ungefragt mit. Ein kurzer Hinweis wie „Wir haben noch ein schönes Foto von ihm bei der Arbeit. Möchtet ihr es haben?“ lässt den Angehörigen die Wahl, ob und wann sie es sehen möchten.
Die Angehörigen müssen darauf nicht antworten. Sie müssen sich nicht beim Team bedanken und auch auf eine persönliche Erinnerung nicht reagieren. Eure Karte, die Blumen oder ein paar gemeinsame Worte dürfen einfach zeigen: Wir haben diesen Menschen bei der Arbeit gekannt, wir werden uns an ihn erinnern und denken an die Menschen, denen er fehlt.
Wenn du mit deinen Kollegen der Familie eines verstorbenen Kollegen etwas Persönliches mitgeben möchtest, findest du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 18 „Arbeitsplatz und Kollegenkreis“ einen eigenen Abschnitt für genau diese Situation. Dort stehen Beispiele für Erinnerungen aus dem Arbeitsalltag, eine gemeinsame Karte oder Kondolenz, Blumen, ein Erinnerungsbuch, die Teilnahme an einer Trauerfeier und den sorgsamen Umgang mit privaten Bildern und Geschichten. Für eine Teamkarte bietet Kapitel 10 „Trauerkarten schreiben“ zusätzlich viele fertige Formulierungen und unterschiedliche Varianten. Die ausführlichen Beispiele sind im digitalen Download und im gedruckten Buch enthalten.
Wenn ihr in eurer Karte oder in gemeinsamen Worten zeigen möchtet, was dieser Mensch euch bei der Arbeit bedeutet hat, passt die Wertschätzung aus „Ich bin dein Gefühl – Band IV: Licht – Die hellen Gefühle“ besonders gut. Dort kommt die Wertschätzung, neben anderen Gefühlen, selbst zu Wort und erzählt davon, einen Menschen nicht nur für das zu sehen, was er tut, sondern für das, was er ist. Die anschließenden Reflexionsseiten geben dir Raum, über deine eigene Wertschätzung nachzudenken – wem du sie zeigst, wie sie sich anfühlt und welche kleinen Dinge im Alltag dir besonders viel bedeuten.
