Du erfährst, dass ein Mensch gestorben ist, und möchtest Anteil nehmen. Vielleicht willst du ein paar Worte posten, ein Foto teilen oder öffentlich zeigen, dass du an die Familie denkst. Auf ihren Social-Media-Kanälen steht aber noch nichts. Darfst du dann selbst schon etwas veröffentlichen?
Solange die Familie den Todesfall noch nicht öffentlich gemacht hat, ist es besser, mit einem eigenen Beitrag zu warten. Dass du die Nachricht kennst, heißt nicht, dass sie bereits für alle bestimmt ist. Die Entscheidung, ob und wann ein Todesfall auf Social Media bekannt gegeben wird, sollte zuerst bei den engsten Angehörigen liegen. Sie möchten womöglich noch Menschen persönlich informieren oder selbst entscheiden, mit welchen Worten sie sich äußern.
Dabei geht es nicht nur um eine eindeutige Todesmeldung. Auch ein Abschiedsfoto, ein „Ruhe in Frieden“, eine Markierung des verstorbenen Menschen oder ein auffälliger Kommentar kann verraten, was passiert ist. Menschen aus Familie, Freundeskreis oder Kollegium könnten die Nachricht auf diesem Weg erfahren, bevor die Angehörigen selbst mit ihnen sprechen konnten.
Dass andere bereits kommentieren oder etwas teilen, ändert daran zunächst nichts. Gerade online ist oft schwer zu erkennen, woher eine Information ursprünglich stammt. Orientiere dich deshalb nicht daran, wie viele andere schon reagieren, sondern daran, ob die Familie selbst den Todesfall öffentlich gemacht hat.
Möchtest du dein Mitgefühl zeigen, musst du deswegen nicht schweigen. Eine private Nachricht ist in dieser Situation oft der ruhigere Weg: Sie erreicht den trauernden Menschen direkt, ohne den Todesfall für weitere Personen sichtbar zu machen. Was du in einer solchen Nachricht schreiben kannst, findest du im Artikel „Was schreibe ich per WhatsApp, wenn jemand einen Menschen verloren hat?“ ausführlicher.
Wenn die Familie selbst öffentlich über den Todesfall gesprochen hat, verändert sich der Rahmen. Ein kurzer, respektvoller Kommentar unter diesem Beitrag kann dann passen. Ein eigenes Foto, eine persönliche Erinnerung oder ein ausführlicher eigener Post ist trotzdem noch einmal eine andere Entscheidung. Nur weil der Todesfall öffentlich bekannt ist, ist nicht automatisch jeder persönliche Inhalt für die Öffentlichkeit gedacht.
Wenn du bei solchen Situationen mehr Orientierung möchtest, geht der Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 9 „Social Media nach einem Todesfall“ deutlich weiter als dieser Artikel. Dort findest du konkrete Formulierungen und ausführlichere Hinweise zu öffentlichen Kommentaren, eigenen Erinnerungsbeiträgen, Fotos, Videos, Erinnerungsclips, privaten Nachrichten und der Weitergabe einer Todesnachricht.
Social Media kann nach einem Todesfall Anteilnahme sichtbar machen und Erinnerungen bewahren. Entscheidend ist nicht, dass Trauer dort nichts zu suchen hätte. Entscheidend ist, wer bestimmen darf, wann ein Todesfall öffentlich wird. Solange die Familie selbst noch nichts veröffentlicht hat, ist es meist freundlich und respektvoll, öffentlich zu warten und sich, wenn du möchtest, direkt bei ihr zu melden.
Wenn du nach einem Todesfall online Anteil nehmen möchtest und unsicher bist, was öffentlich passt und was besser privat bleibt, findest du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 9 „Social Media nach einem Todesfall“ deutlich mehr Orientierung. Dort werden öffentliche Kommentare, eigene Erinnerungsbeiträge, Fotos und Videos, Erinnerungsclips, private Nachrichten und das Weitergeben einer Todesnachricht mit konkreten Formulierungen und unterschiedlichen Situationen ausführlicher behandelt. Du erhältst den Ratgeber als digitalen Download oder als gedrucktes Buch – mit demselben Kapitelinhalt in beiden Formaten.
Auch online kann Mitgefühl darin liegen, nicht sofort öffentlich zu reagieren, sondern erst darauf zu achten, was für die betroffenen Menschen passend ist. In „Ich bin dein Gefühl – Band IV: Licht – Die hellen Gefühle“ kommt das Mitgefühl, neben vielen anderen Gefühlen, selbst zu Wort und erzählt aus seiner eigenen Perspektive von einer zugewandten Haltung, die nicht alles lösen oder sichtbar machen muss. Die anschließenden Reflexionsseiten laden dich dazu ein, dein eigenes Mitgefühl weiterzudenken – anderen gegenüber und auch dir selbst.
