Soll ich mich am Todestag bei einem trauernden Menschen melden?

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Du weißt, dass heute der Todestag eines Menschen ist, den jemand in deinem Umfeld verloren hat. Du überlegst, ob du dich melden sollst. Du möchtest zeigen, dass du an diesen Tag gedacht hast, und bist zugleich unsicher, ob du damit etwas ansprichst, über das der andere lieber nicht reden möchte.

Ja, du darfst dich am Todestag melden. Du musst aus dem Datum kein großes Ereignis machen. Ein kleiner Gruß kann einfach zeigen: Ich habe diesen Menschen und diesen Tag nicht vergessen.

Viele Menschen zögern, weil sie fürchten, den anderen erst wieder an den Verlust zu erinnern. Doch der Verlust ist nicht vergessen, nur weil niemand den Todestag erwähnt. Deine Nachricht erinnert den trauernden Menschen nicht erst daran, was geschehen ist. Sie zeigt vielmehr, dass auch außerhalb der engsten Familie oder Beziehung noch jemand an den Verstorbenen denkt.

Wie sich der Todestag anfühlt, kannst du allerdings nicht wissen. Auch nach langer Zeit kann so ein Datum Erinnerungen näher rücken. Manche Menschen möchten den Tag bewusst begehen, andere gehen ihrem Alltag nach. Deshalb ist es besser, keine Gefühle vorzugeben. Ein Satz wie „Heute ist bestimmt ein furchtbarer Tag für dich“ kann mehr festlegen, als du eigentlich weißt.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie besondere Tage nach einem Verlust erlebt werden können und welche Worte in solchen Situationen passen, findest du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 2 „Manche Trauer bleibt ein Leben lang“ ausführlichere Orientierung. Besonders der Abschnitt „Wenn besondere Tage, Erinnerungen oder Veränderungen viel auslösen“ geht auf Todestage und andere bedeutsame Daten ein und enthält weitere Formulierungen für unterschiedliche Situationen.

Wenn du schreibst, braucht es nicht viel. Ein schlichter Satz, der zeigt, dass du an den anderen oder an den Verstorbenen gedacht hast, genügt. Wenn es zu eurer Beziehung passt, kannst du auch den Namen des verstorbenen Menschen nennen. Du musst daraus kein längeres Gespräch machen und keine Frage anhängen.

Lass den Gruß danach ruhig stehen. Eine knappe Antwort oder gar keine Antwort bedeutet nicht automatisch, dass deine Nachricht unpassend war. Vielleicht möchte der andere an diesem Tag wenig schreiben, ist unterwegs, bei der Familie oder möchte die Erinnerung für sich behalten.

Ein stilles Zeichen kann am Todestag genug sein. Du erinnerst dich, ohne den Tag für den anderen zu deuten, und lässt offen, ob daraus ein Gespräch entsteht. Mehr muss daraus nicht werden.




Wenn du an einem Todestag nicht nur ein Zeichen setzen, sondern auch für andere besondere Tage passende Worte finden möchtest, kannst du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 2 „Manche Trauer bleibt ein Leben lang“ weiterlesen. Besonders der Abschnitt „Wenn besondere Tage, Erinnerungen oder Veränderungen viel auslösen“ vertieft, wie Todestage, Geburtstage, Feiertage und andere Erinnerungsmomente erlebt werden können und welche kurzen, druckfreien Formulierungen sich anbieten. Du kannst den Ratgeber als digitalen Download direkt in einer konkreten Situation nutzen oder als gedrucktes Buch in Ruhe zur Hand nehmen; beide Versionen enthalten dieselben ausführlichen Inhalte.


Ein Todestag kann daran erinnern, dass ein Mensch fehlt, auch wenn viel Zeit vergangen ist. Wenn du dieses Vermissen aus der Perspektive eines Gefühls kennenlernen möchtest, findest du in „Ich bin dein Gefühl – Band II: Schatten – Die herausfordernden Gefühle“ die Sehnsucht. Sie kommt dort, neben anderen Gefühlen, selbst zu Wort und erzählt von dem inneren Ziehen zu einem Menschen, einem Ort oder etwas, das fehlt. Die anschließenden Reflexionsseiten geben Raum, die eigene Sehnsucht und das, worauf sie sich richtet, in Ruhe anzuschauen.

Passend zu diesem Thema

Eine ausbleibende Antwort bedeutet nicht automatisch, dass deine Nachricht unerwünscht war. Ein trauernder Mensch kann sie gelesen haben und trotzdem gerade keine Kraft für eine Antwort haben. Es können die Worte fehlen, der Alltag kann zu viel sein oder der Gedanke „Ich antworte später“ geht einfach unter.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Trauernde zu fragen, wie es ihnen geht, ist nicht grundsätzlich unpassend. Wichtiger als der perfekte Satz ist, ob eine ehrliche Antwort wirklich willkommen ist. Wenn du fragst, sollte der andere nicht spüren, dass eigentlich nur ein schnelles „Ganz gut“ erwartet wird.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Für jemanden da zu bleiben muss nicht bedeuten, immer etwas zu sagen oder zu tun. Oft zeigt sich Verbundenheit viel leiser: darin, dass du auch später noch an den Menschen denkst und nicht davon ausgehst, sein Verlust sei mit der Beerdigung vorbei.
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Noch nicht das passende Thema gefunden?

Suche nach einem Begriff, einer Situation oder einer Frage.

Hier kannst du weiterlesen

Für die Familie kann dasselbe Bild etwas anderes bedeuten als für dich. Eltern, Partner, Geschwister oder andere Angehörige haben eigene Erinnerungen und möglicherweise auch klare Wünsche dazu, welche Bilder öffentlich sein sollen. Bei einem jungen Menschen kann die Familie schon zu Lebzeiten bewusst darauf geachtet haben, wie viel von ihm im Internet zu sehen ist.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gerade ein Telefonat kann mehr Kraft kosten, als es von außen aussieht. Dabei kommen mehrere Dinge zusammen: zuhören, verstehen, nachfragen und sich merken, was vereinbart wurde. Nach einem Verlust kann es schwerer sein, sich zu konzentrieren. Dann kann es helfen, wenn du mitschreibst und am Ende kurz notierst, was als Nächstes ansteht. So muss nicht alles im Kopf bleiben.
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Familie und die Kollegen kannten denselben Menschen auf unterschiedliche Weise. Zu Hause gab es andere Gewohnheiten, Gespräche und gemeinsame Geschichten als bei der Arbeit. Dort kanntet ihr seine Art in Besprechungen, seinen Humor in der Kaffeeküche, seine Hilfsbereitschaft oder einen Satz, den er immer wieder gesagt hat. Was die Familie mit ihm erlebt hat, war nicht dasselbe wie das,
Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auch nach einigen Wochen kannst du noch eine Trauerkarte schicken. Es gibt keine feste Frist, nach der Mitgefühl plötzlich unpassend wird. Eine Karte kommt später als ursprünglich gedacht – aber sie kann trotzdem ehrlich und herzlich gemeint sein.
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Du möchtest das Thema weiter vertiefen?

Du hast gerade einen Aspekt aus dem Umgang mit Trauernden gelesen. Im Ratgeber findest du weitere Situationen, Formulierungen und praktische Beispiele, die dir im Alltag Orientierung geben können.

Digitaler Ratgeber – flexibel nutzen

Du erhältst den Ratgeber sofort als PDF und kannst gezielt nach Situationen oder Begriffen suchen. Viele Themen werden ausführlicher erklärt als auf der Website und durch Formulierungen, Beispiele und praktische Hinweise ergänzt.

Digitaler Ratgeber "Wenn jemand in deinem Umfeld trauert" von Aveline Gray

Gedrucktes Buch – in Ruhe lesen

Die Buchausgabe enthält dieselben Inhalte in einer ruhigen, zusammenhängenden Form. Sie eignet sich besonders, wenn du lieber auf Papier liest, wichtige Stellen markieren oder den Ratgeber immer wieder zur Hand nehmen möchtest.

Gedrucktes Buch "Wenn jemand in deinem Umfeld trauert" von Aveline Gray
Nach oben scrollen

Möchtest du neue Artikel nicht verpassen?

Wenn du über neue Beiträge, Bücher und Ratgeber von mir informiert werden möchtest, kannst du dich hier zu meinem Newsletter anmelden.