Du erfährst, dass jemand einen Menschen verloren hat, öffnest WhatsApp und weißt plötzlich nicht mehr, was du schreiben sollst. Reicht ein kurzer Satz? Wirkt eine Nachricht zu unpersönlich? Oder wäre ein Anruf besser? Was schreibt man per WhatsApp, wenn jemand gestorben ist, ohne zu viel zu sagen?
Wenn WhatsApp sonst zu eurem Kontakt gehört, darf auch nach einem Todesfall eine Nachricht passend sein. Sie ist nicht automatisch unpersönlich. Wichtiger ist, dass deine Worte ehrlich, ruhig und der Beziehung zwischen euch angemessen sind.
Für die erste Nachricht braucht es nicht viel. Du kannst kurz sagen, dass dir der Verlust leid tut, dein Mitgefühl ausdrücken und zeigen, dass du an den anderen denkst. Viele Fragen, Erklärungen oder besonders große Trostworte sind in diesem Moment nicht nötig.
Ein Unterschied zur persönlichen Begegnung kann sogar entlasten: Eine WhatsApp muss nicht sofort beantwortet werden. Der trauernde Mensch kann sie lesen, wenn es für ihn passt, und selbst entscheiden, ob und wann er reagiert. Deshalb sollte deine Nachricht nicht das Gefühl vermitteln, dass jetzt eine Antwort erwartet wird.
Ein einfacher Satz kann zum Beispiel sein: „Es tut mir sehr leid. Ich denke an dich. Du musst nicht antworten.“ Damit ist das Wesentliche gesagt, ohne ein Gespräch einzufordern.
Wenn du nicht nur für diesen ersten Moment, sondern auch für weitere Situationen konkrete Worte suchst, geht der Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ bewusst deutlich weiter als dieser Artikel. In Kapitel 8 „Nachrichten und WhatsApp“ findest du zahlreiche Textbeispiele für die erste Nachricht, für spätere Nachrichten, die Zeit rund um die Beerdigung und den Umgang damit, wenn keine Antwort kommt. Auch längere Nachrichten und Sprachnachrichten werden dort ausführlicher behandelt. So kannst du je nach Beziehung und Zeitpunkt nachschlagen, welche Formulierung zu deiner Situation passt. TR003_A
Wie persönlich du schreibst, hängt auch davon ab, wie nah ihr euch seid. Einer engen Freundin wirst du vermutlich anders schreiben als einem Nachbarn oder ehemaligen Kollegen. Du musst dabei keine Nähe herstellen, die es nicht gibt. Schreib so, wie es zu eurem bisherigen Kontakt passt.
Deine Nachricht kann den Verlust nicht leichter machen, und das muss sie auch nicht. Sie kann etwas viel Schlichteres zeigen: Ich habe erfahren, was passiert ist. Ich denke an dich. Und du musst jetzt nichts für mich tun.
Wenn du beim Schreiben nicht nur einen ersten Satz, sondern konkrete Formulierungen für verschiedene Situationen zur Hand haben möchtest, findest du im Ratgeber „Wenn jemand in deinem Umfeld trauert – Was du sagen, schreiben und tun kannst“ in Kapitel 8 „Nachrichten und WhatsApp“ deutlich mehr als in diesem Artikel. Dort stehen zahlreiche Textbeispiele für den ersten Kontakt, spätere Nachrichten, die Zeit rund um die Beerdigung, ausbleibende Antworten sowie längere Nachrichten und Sprachnachrichten. Du bekommst denselben Ratgeber als digitalen Download oder als gedrucktes Buch und kannst die Form wählen, die du lieber zur Hand nimmst.
Hinter dem Wunsch, sich nach einem Verlust zu melden, steckt oft ganz schlicht Mitgefühl. In „Ich bin dein Gefühl – Band IV: Licht – Die hellen Gefühle“ kommt das Mitgefühl, neben vielen anderen Gefühlen, selbst zu Wort und beschreibt aus seiner eigenen Perspektive, wie es ist, dem Schmerz eines anderen zugewandt zu begegnen, ohne ihn lösen zu können. Die anschließenden Reflexionsseiten geben dir Raum, dein eigenes Mitgefühl weiterzudenken – anderen gegenüber und auch dir selbst.
